Hört sich zu gut an, um wahr zu sein?
Ja und nein, ist die Antwort.
Das fettige Gebäck bleibt leider ungesund.
Aber die Donut-Ökonomie ist sehr gesund.
„Donut-Ökonomie: sieben Wege, wie eine Ökonomin des 21. Jahrhunderts zu denken“ ist ein Wirtschaftsmodell, das die planetaren Grenzen und die grundlegenden Bedürfnisse der Menschheit zusammen denkt und zur Grundlage wirtschaftlichen Handelns macht, entwickelt von Kate Raworth.
Wer gerne Videos schaut, findet hier zwei TED-Talks, in denen Kate ihr Modell erklärt:
Dieser TED-Talk stammt aus dem Jahr 2014
Dieser TED-Talk stammt aus dem Jahr 2018
Endloses Wachstum ist bis heute das grundlegende Prinzip unserer Ökonomie. Viele können sich gar nicht vorstellen, dass das überhaupt anders sein kann.
Und dennoch wissen wir, dass wir am Ende dieses Wirtschaftsmodelles angekommen sind, wenn wir nicht die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder sehr schwer machen wollen.
Die Frage, ob wir unser Wirtschaftssystem zukunftsfähig machen wollen, ist stark getrieben von der Frage, für wen wir das tun.
Wenn wir nur im Hier und Jetzt, im Interesse der jetzt lebenden Generationen denken, dann spricht viel dafür, möglichst wenig zu verändern.
Wenn wir aber die vielen bislang ungeborenen Generationen der Zukunft mitdenken, dann spricht fast gar nichts mehr dafür, so weiter zu machen, wie wir es die letzten Jahrzehnte gemacht haben.
Allerdings gibt es auch in unserer Gegenwart gute Gründe, nun endlich nach dem Wirtschaftsmodell des 21. Jahrhunderts zu suchen.
Ganz aktuell sehen wir in Deutschland, dass die Wirtschaft nicht wächst. Das löst eine Art Panik aus. Es wird nach einem Weg gesucht, das Wachstum anzukurbeln.
Dabei kommen jetzt so absurde Ideen auf den Tisch, wie, dass wir uns unser Soziales System nicht mehr leisten können.
Wir sind dabei, unser soziales Fundament dem Wachstum zu opfern.
Der Fehler ist nicht, dass wir uns ein soziales Netz für diejenigen leisten, die es nicht aus eigener Kraft schaffen.
Der Fehler ist, dass wir das System des Wachstums um jeden Preis nicht hinterfragen.
Höchste Zeit also für die Donut-Ökonomie.


Hier könnt ihr einen Ausschnitt aus dem Buch lesen.
Heute, rund neun Jahre, nachdem ich das Buch gelesen habe, Kate Raworth kennengelernt habe, die Entwicklung miterlebt habe, gesehen habe, wie die Ideen weltweit aufgegriffen wurden und immer öfter werden, wie Städte sie zur Grundlage ihres Handeln machen, wie Staaten das tun, wie Unternehmen das tun, heute denke ich, dass auch die Stadt Essen so weit ist, dass der Donut hier unsere Zukunft verändert.
Ob das klappt?
Werden wir sehen…



Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.