Am 03.06.2026 war ich im Essener Rathaus Teil einer kleinen aber wichtigen Veranstaltung.

Hier der Link zum Post auf LinkedIn
Die Stadt Essen finanziert ein Forschungs- und Studienprojekt der RWTH Aachen, das sich damit befasst, wie das Welterbe Zollverein als Teil eines Stadtquartiers gemeinsam mit diesem Quartier städtebaulich weiterentwickelt werden kann.
Ausgestellt werden im Rathaus nun Entwürfe von Studierenden, die sich mit einer zu entwickelnden Fläche befasst haben, auf der heute die leer stehende ehemalige Gustav-Heinemann-Gesamtschule steht.
Es wurden verschiedene Ansätze präsentiert, wie man damit umgehen kann. Viele interessante Ideen sind dabei entstanden.
Nur ein einziger Entwurf betrachtet dabei die Möglichkeiten, die in der konsequenten Weiternutzung der alten Bausubstanz der Schule stecken.
Da die Fläche in der Realität so eine Art „Lost Place“ ist, in den eingebrochen wird, in dem Feuer gelegt wird, Materialien gestohlen werden, gibt es neben der Aufgabenstellung für ein Studienprojekt an der Stelle eine ganz reale Aufgabe.
Das Grundstück der ehemaligen Gustav-Heinemann-Gesamtschule muss wieder zu lebendiger Stadt gemacht werden.
Und damit wird daraus auch eine politische Aufgabe.
Der bei der Eröffnung der Ausstellung anwesende Oberbürgermeister mutmaßte, dass er die Politik schon auf Abriss und Neubau setzen sehen könne, statt darauf, die alte Schule zu erhalten, zu sanieren und weiter zu nutzen.
Dem halte ich entgegen, dass wir doch alle wissen, dass der Erhalt der Bausubstanz und damit der darin gebundenen grauen Energie aber grundsätzlich der richtige Weg wäre.
Dennoch sehe auch ich, dass es für die ehrenamtlichen Politkerinnen, die das irgendwann demnächst zu entscheiden haben werden, aktuell tatsächlich sehr schwer ist, den Erhalt der bestehen Bausubstanz zu priorisieren.
Die Sanierung und der die Weiternutzung von bestehenden Gebäuden scheint mit wesentlich mehr Risiken behaftet, als Abriss und Neubau.
Die Kosten sind schwerer zu kalkulieren.
Die Bauzeit wird sich oft gegenüber einer Neubau-Variante verlängern, vor allem, wenn bestehende Bausubstanz noch nicht komplett dokumentiert ist.
Entscheidungen für zirkuläres Bauen, also für den Erhalt und für die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz sind viel schwerer zu treffen, als die Entscheidung für einen Abriss und Neubau.
Wir haben als Politikerinnen gar kein Instrumentarium, keine Narrative für so eine Entscheidung.
Aktuell ist oft der einzige Weg, über Investitionen in ein Bauprojekt zu beschließen, dass eine Wirtschaftlichkeitsberechnung uns vorgibt, was vermeintlich der wirtschaftlichste Weg ist.
Und genau das ist in den letzten fast sechs Jahren, die ich als Ratsfrau Baupolitik gemacht habe, praktisch nie der Erhalt von Gebäuden gewesen.
Was muss also passieren, welche Informationen, welche Entscheidungsinstrumente brauchen die Politkerinnen vor Ort, um sich für nachhaltige, zukunftsfähige zirkuläre Lösungen für Bauaufgaben entscheiden zu können?
Und welche Instrumente braucht die Verwaltung, um für neue Projekte die Weichenstellung auf zirkuläres Bauen hinzubekommen?
Und warum ist zirkuläres Bauen überhaupt so wichtig?
Darüber werde ich ab jetzt immer wieder schreiben und auch reden.
Folgt mir auf meinen Social-Media-Kanälen.
Bis bald…



Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.